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Emailleschilder - vom Wandbeschlag zur Emaillekunsttafel und zum Investitionsobjekt

Bei einer der größten Auktionen für antike Emailleschilder in diesem Jahr erhielt das große Schild von Chocolat Cailler Frigor von Leonetto Cappiello den Zuschlag für EUR 84.000. Mit Auktionsgebühr war das ein Gesamtpreis von über EUR 100.000 – eine neue Rekordmarke bei der Versteigerung von Emailleschildern. Was sind die Gründe, dass sich ein Markt für Emailleschilder als Sammlerstück und Emaillekunsttafel entwickelt hat und die Preise für Spitzenschilder in den vergangen Jahren immer weiter angestiegen sind?

Emailleschilder wurden als Webeträger zum Ende des 19 Jahrhunderts geläufiger und die Produktion erlebte ihre Blüte zwischen 1910 und 1930. Es war auch die Zeit in der sich die Idee des Markennamens entwickelte. Emailleschilder waren das Werbemittel schlechthin bevor Werbung über Radio oder Fernseher ablaufen konnte und als Zeitungen normalerweise scharz-weiß waren. Emailleschilder sind leuchtend bunt und langlebig und man fand sie überall als Wand- oder Türbeschlag von Gemischtwarenläden und anderswo. Sie transportierten die Kunstrichtungen ihrer Zeit zur breiten Bevölkerung und beeinflussten umgekehrt die Kunst. Emaillieren funktioniert am Besten mit klaren Konturen und Farben und das fand seinen graphischen Ausdruck in der Werbung

Es gibt drei wesentliche Kriterien die den Wert ausmachen. Wie in jedem Sammlermarkt ist erstens der Seltenheitswert des Schildes zentral. Das Chocolat Cailler Frigor ist eines von weltweit zwei bekannten Exemplaren, die in dieser Qualität existieren. Aber das ist nicht alles. Auch andere Stücke sind extrem selten, haben aber nicht denselben Wert.

Zweitens gilt die Handwerkskunst. Ein Schild von der Qualität des Chocolat Cailler Figor Schildes oder dem Aushänger Parapluie-Revel von Leonetto Cappiello, der unsere Kollektion schmückt, waren früher und sind heute noch vielmehr ausgesprochene Handwerkskunst. Emaille lässt Bilder ertasten. Sammler streichen nicht selten mit der Hand über ein Schild, um das Bild zu erspüren – Emaille ist haptisch. Die Beschreibung der „zuckergussartigen“ Emaillierung gilt als besonderes Qualitätsmerkmal. „Zuckergussemaille“, die wie der Name sagt besonders dick aufgetragen ist, wurde immer von Hand erstellt. Heute gibt es in Deutschland noch eine Firma, in der dieses Verfahren angewandt wird. Der Ausbildungsberuf des „Emailleschriftenmalers“ wurde in Deutschland vor 10 Jahren offiziell abgeschafft und damit stirbt auch diese Handwerkskunst langsam aus.

Drittens zählt die künstlerische Darstellung – spitzen Emailleschilder sind wahre Emaillekunsttafeln. Leonetto Cappiello wird als „Vater des modernen Posters“ bezeichnet. Die „arabesque“  – das Überraschungsmoment und die besondere Idee seiner Darstellungen – sind ein wegweisendes Markenzeichen. Cappiello steht in der malerischen Tradition von Jules Chéret und Henri Toulouse-Lautrec und repräsentiert zusammen mit Jean d’Yien den malerischen französischen Stil der Kunsttafeln der 1920er Jahre. Er hat seine Wurzeln eindeutig in der art noveau. Cappiellos Emaillekunstafeln zählen zu den schönsten und außergewöhnlichsten überhaupt. Deshalb haben wir von Emaille Art eines seiner bekanntesten Werke „Cognac Monnet – die Sonne im Glas“ erstmals als großformatige Emaillekunsttafel aufgelegt. Aber in der Werbekunst des frühen 20sten Jahrhunderts finden sich auch andere Stilrichtungen – Elemente des italienischen Futurismus, der die Kraft der Technik und Geschwindigkeit beschwört, oder art deco und Bauhaus Graphik.

Emaille Art hat sich dieser Schönheit von Emaillekunsttafeln verschrieben. Wir wollen auch die Handwerkskunst der vergangenen Blütezeiten soweit möglich erhalten. Dabei geht es nicht ums Replizieren, sondern um Neues. Emaillekunsttafeln sind nicht Vergangenheit, sondern faszinieren heute. Wir werden andere Kunstrichtungen wie pop art und urban art aufgreifen. Es überrascht nicht, dass Robert Indiana und Alex Katz als führende pop art Künstler, deren Arbeiten sich durch graphische Klarheit auszeichnen, mit Emaillekunsttafeln oder emaillierten cutouts gearbeitet haben. Leonetto Cappiello „Cognac Monnet – die Sonne im Glas“ ist der angemessene Startpunkt, auf dem aufbauend sich unsere Kollektion exklusiver, limitierter Emaillekunsttafeln entwickeln wird.

 

 

 

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